Museumsgang Gerriets

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  • Die Entstehung des Scheinwerfermuseums (Museumsgang Gerriets)

    Eigentlich ist die Firma Gerriets ein Spezialist für Bühnen- und Veranstaltungsbedarf, insbesondere im textilen Sektor. Auch wenn die Produktpalette ständig ausgeweitet wird, gehören Bühnenbeleuchtungen nicht zum Portfolio des Unternehmens.

    Der 2013 verstorbene Walter Gerriets, gehörte zu den Gründungsmitgliedern und ersten Vorsitzenden des „Fördervereins zum Erhalt historischer Theatertechnik und -Architektur e.V.“, einem der beiden Vorgängervereine der „Initiative TheaterMuseum Berlin e.V.“, deren Ehrenvorsitzender er wurde. Er bot vor rund 20 Jahren Räumlichkeiten im Elsässer Werk des Baden-Württembergischen Unternehmens an, um Scheinwerfer und andere Bühnenbeleuchtungsgeräte, sowie Regelanlagen unterzubringen, die von zahlreichen Mitgliedern des Fördervereins vor der Verschrottung gerettet wurden. Daraus entstand die Sammlung „Museumsgang Gerriets“ in Volgelsheim.

    Von 2001 bis 2022 war es der „Gruppe Volgelsheim“ bestehend aus Albert Henrich (Beleuchtungsmeister, i.R.) Dieter Frank (Beleuchtungsmeister, i.R.) sowie Klaus Viehl (Elektrotechniker) und Reiner Viehl (Diplom Ingenieur Maschinenbau) zu verdanken, dass diese Sammlung, archiviert, dokumentiert und stetig gepflegt wurde. Sehr viele der Exponate sind noch voll funktionsfähig. Und weitere Geräte warten auf die Instandsetzung.

    Klaus Viehl und Reiner Viehl kümmerten sich im Besonderen um die Funktionalität der Exponate. Durch die beiden Herren wurde unter anderem ein Projektionsgerät für ziehende und steigende Wolken, welches 1933 in Bayreuth inventarisiert wurde und über die Firma BBS nach Volgelsheim gelangte, wieder voll funktionsfähig gemacht.

    Dieter Frank und Albert Henrich erarbeiteten jedoch auch Hintergrundinformationen zur Funktionsweise und dem konkreten Einsatz auf und hinter der Bühne. Eine begonnene Sammlung von Scheinwerferlampen wurde inventarisiert, gleichzeitig suchten die Mitglieder der „Gruppe Volgelsheim“ weiter nach älteren Lampen aus dem Bereich Theater und Fernsehen.

    Es entstand eine ausführliche Katalogisierung, die als hervorragende Grundlage für eine museale Präsentation im größeren Maßstab gelten kann. Auch kamen kurze Aufsätze allgemeiner Natur zum Thema dazu. Darüber hinaus wird die Geschichte der Hersteller und ihrer Erfinder dargestellt.

    Nach dem Tod von Albert Henrich Ende 2022 kam die aktive Arbeit an der Sammlung vorerst zum Erliegen. Die Gebrüder Viehl haben sich zurückgezogen. Dieter Frank arbeitet eigenständig an der Aufarbeitung historischer Beleuchtungstechnik und publiziert Artikel in „Die Vierte Wand“. 

    Mit dem Firmeninhaber Hannes Gerriets wurde eine Kooperation mit dem CANON-Projekt, aber auch einer davon unabhängigen Aufarbeitung des Bestandswissens vereinbart.

    Scheinwerfermuseum Gerriets